Reisetipps für Sardinien

Sommergrüße aus Sylt

geschrieben von Thomas Waldschmidt am 12.07.14

Es war eine wunderbare Idee von meiner Schwester. Wir lassen alte Familientraditionen wieder aufleben und fahren im Juli mit Eltern, Kind und Kegel für eine Woche nach Sylt. So wie damals, in den 70er und frühen 80er-Jahren, bevor es mich als Wetterflüchtling in wärmere Gefilde verschlagen hat. „Im Juli wird das Wetter schon irgendwie mitspielen“, dachte ich mir. Und es spielte mit – aber leider nach nordfriesischen Regeln!

Sylt, Flughafen Westerland, 8. Juli. Gute drei Stunden Verspätung leistete sich die Fluglinie, die die deutsche Hauptstadt in ihrem Namen trägt. Bedauerlich vor allem, weil ich nun laut Wettervorhersage die einzigen drei Stunden der kommenden Woche verpasse, in denen das Thermometer annähernd die 20 Grad-Marke erklimmen wird. Zu allem Überfluss gibt mir dann auch noch ein Gewitter einen Vorgeschmack darauf,  dass ich den „…für die Jahreszeit zu kalt“-Spruch des Wetteransagers, die kommenden Tage wohl am eigenen Leib erfahren darf.

„Egal“, denke ich mir. „Wir sind ja schließlich im Norden“, und bevor ich mir hier den Touch des Miesmachers anhefte, sei an dieser Stelle in aller Deutlichkeit gesagt, dass ich die Nordseeinsel wirklich beeindruckend finde. Wunderschöne Sandstrände, eine atemberaubende Dünenlandschaft und ein fast immer auf Hochtouren blasender Wind – das ist Natur pur und unwahrscheinlich schön!

Wahrscheinlich könnte ich mich mit der Tatsache, dass ich wie selbstverständlich in meiner wetterfesten Herbstjacke durch die Gegend laufe irgendwie anfreunden. Wenn mich nicht jeden Tag die an der Außenfassade der örtlichen Apotheke angebrachte Blinktafel über das aktuelle Datum aufklären würde: Es ist nicht etwa Mitte März, oder Mitte Oktober. Nein, es ist Mitte Juli, es ist – nun ja – Sommer!  Und Sommer, das bedeutete doch für mich in den letzten zwanzig Jahren eigentlich immer: Badehose, T-Shirt, Sonne und die Gewissheit, dass auch morgen die Sonne wieder ihr Bestes geben wird. In einem Wort: Sardinien!

Sardinien, dort geht man in dieser Zeit baden, vergnügt sich am Strand und sitzt bis spät nachts auf der Terrasse. Man genießt die Freiheit des mediterranen Sommers, dessen Kleiderordnung ins Handgepäck passt und keine Gummistiefel und Regenschirme vorsieht.

Es ist schön hier auf Sylt und ich werde sicherlich wieder zurückkehren an die Nordsee. Es wird dann allerdings ein tatsächlicher Frühling oder ein Herbst sein. Mein Sommer aber gehört einer anderen Insel. Viva la Sardegna!

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