Sardinienurlaub in Corona Zeiten – ein Erfahrungsbericht

Gott sei Dank, es ist wieder soweit! Sardinien kann wieder bereist werden und tatsächlich sind unsere ersten Kunden auch schon wieder dort gewesen. Was sie erlebt haben und wie es sich “anfühlt” lesen sie in Florians und Melanies “Erstbericht” nach ihrer Rückkehr von der Costa Rei.

“Als wir uns Ende Mai 2020 dazu entschlossen haben, die bayerischen Pfingstferien auf Südsardinien zu verbringen, waren wir unsicher. Klappt das? Kann man das mit Kindern machen? Ist das unverantwortlich? Die Lage war recht unübersichtlich, da die Einreisemodalitäten noch nicht feststanden. Da die internationalen Flüge nach Sardinien erst ab dem 25. Juni wieder stattfinden sollten, kam für uns nur eine Überfahrt mit Fähre infrage. Erneut ein Gefühl der Unsicherheit. Wir haben es trotzdem gewagt – und wurden belohnt.

Am 3. Juni fuhren wir mit dem Auto über den Brenner nach Genua. Der Transit durch Österreich verlief problemlos; die Einreise nach Italien ebenso. Es war so gut wie kein Verkehr – das war das einzige, was anders war. Von anderen Urlaubern haben wir später erfahren, dass auch der Transit durch die Schweiz problemlos verlief.

Alles problemlos bis Genua

Wir waren – wie immer – viel zu früh in den Bergen oberhalb Genuas und haben noch einen Abstecher zum Outlet in Serravalle gemacht. Es ist ein typisches italienisches Outlet; aufgebaut als Replik eines kleinen Dorfes. Hier kann man an der frischen Luft schlendern, etwas essen und ein wenig shoppen. Warum erwähnen wir das überhaupt? Weil wir hier das erste Mal Kontakt mit der italienischen Lebenswirklichkeit in der Pandemie hatten. Alle Personen tragen Mundschutz. Jedes Geschäft muss Desinfektionsmittel bereitstellen. Bevor man das Geschäft betreten darf, muss man sich die Hände desinfizieren. Nur wenige Personen gleichzeitig dürfen das Geschäft betreten. Die Italiener halten sich strikt hieran.

Im Fährhafen von Genua angekommen, mussten wir so gut wie nicht warten. Beim Auffahren auf die Fähre wurde bei jedem Passagier mit einem Thermoscanner Fieber gemessen. Das war aber eher eine Formsache. Wichtig zu wissen ist, dass die Fähren von Moby und Tirrenia die Lüftung nach Angaben des Betreibers von Umluft auf Frischluft in allen Kabinen umgestellt haben. Das war für uns ein ausschlaggebendes Argument, die Fährfahrt anzutreten. An Board selbst war es weniger voll als wir es von früheren Fahrten gewohnt waren. Insgesamt dürfen die Fähren wohl nur mit 60% der Passagierkapazität fahren – so war es immer wieder zu lesen. Wer schon mal mit so einer Fähre gefahren ist, der weiß, dass man normalerweise ca. 1-1,5 h vor dem Anlanden die Kabine verlassen muss und hierdurch immer ein großes Gedränge entsteht. Wir waren daher positiv überrascht, dass wir per Lautsprecher auf die neuen Regelungen hingewiesen wurden, dass wir die Kabinen möglichst erst verlassen sollten, wenn wir aufgerufen werden. So war es dann tatsächlich und so wurde uns das Gedränge in den Treppenhäusern erspart; das hätte man gerne schon früher so regeln können.

Willkommen auf Sardinien

Auf Sardinien angekommen, setzen wir unsere Fahrt von Olbia in den Südosten der Insel fort. Die Autofahrt dauerte weitere drei Stunden – aber das ist es wert.

Die Orte Villasimius, Costa Rei, Cala Sinzias, Geremas und Torre delle Stelle waren Anfang Juni noch im Winterschlaf. Da erst ab dem 3. Juni die Einreise in die Region möglich war, fanden wir eine stille Atmosphäre vor. Als turisti stranieri (ausländische Touristen) waren wir beinahe eine Attraktion und wurden überall herzlich willkommen geheißen.

Essengehen im Freien war sehr gut möglich. Die Abstände zwischen den Tischen und die Maskenpflicht für Kellner und Gäste wurden gut eingehalten. Man muss sich auch hier bei Betreten die Hände desinfizieren und sich registrieren – wie vielerorts in Deutschland auch. Wir sind in Deutschland seit Beginn der Pandemie gar nicht mehr essen gegangen. Aber hier im Freien war das  kein Problem für uns – im Gegenteil wir fühlten uns wohl und unbeschwert.

Die Strände in dieser Gegend sind grundsätzlich nicht so voll. Die derzeit angemessenen Mindestabstände waren hier auch in einer normalen Saison kein Problem.“ Besonders schön war, dass auch die kleinen – bei den Einheimischen sehr beliebten – Buchten auch so gut wie leer waren. Wir sind keine Bagno-Fans, aber alle Strandliegen und -schirme der Bagnos haben in diesem Jahr größere Abstände zueinander.

Volle Freiheit im Ferienhaus

In unserem Ferienhaus sind wir autark. Anders als in einem Hotel sind wir für uns und keinerlei Gefahren ausgesetzt.

Wir haben mit vielen Sarden vor Ort gesprochen. In Südostsardinien gab es bislang so gut wie keine Infektionsfälle. Vielmehr sind sie besorgt über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Die Infrastruktur braucht den Tourismus. Durch die Folgen könnten viele in ernste Existenzprobleme geraten. 

Es ist uns daher eine Herzensangelegenheit zu berichten, dass wir diese Form des Urlaubs besonders in der Nebensaison geradezu der perfekte Urlaub während der Pandemie ist. Und derzeit sieht es danach aus, als wären alle Sommermonate Nebensaison in Südsardinien.”

Wir danken unseren Gästen (und ganz speziell natürlich Melanie und Florian), die trotz aller verunsichernden Nachrichten in den letzten Wochen und Monaten Sardinien und uns die Treue halten. Unser Team und die Kollegen vor Ort versuchen gemeinsam mit unseren Vermietern Ihnen wie immer unvergleichlich schöne Tage auf Sardinien zu bereiten. Wir freuen uns sehr auf Sie!

Bitte beachten Sie: Bevor Sie nach Sardinien einreisen, ist das Online-Registrierungsformular auszufüllen und online zu versenden!